Die schwäbische Mundart lebt! - Thomas Felder zu Besuch am MPG

„Ond dr Modeschöpfer schöpft ond schöpft.’’ Dies ist ein Zitat aus dem Lied „Der Modeschöpfer’’, welches von dem Musiker Thomas Felder auf Schwäbisch verfasst wurde und die 10. Klassen des Max-Planck-Gymnasiums in Böblingen in der 5. Stunde am 24. Oktober 2019 während eines Workshops hören und analysieren durften. Der schwäbische mund.art e. V. förderte die Veranstaltung während der 36. Baden-Württembergischen Literaturtage im Rahmen des Arbeitskreises „Mundart in der Schule“, damit die schwäbische Mundart auch an die junge Generation weitergegeben wird. Organisiert und an die Schule geholt wurde diese Abwechslung vom normalen Deutschunterricht von der Deutschlehrerin Jenny Steinhäuser.

Beim Workshop übte Herr Felder zusammen mit den Schülerinnen und Schülern das Lied mit Schwerpunkt auf der Jodelpassage, um es beim späteren Konzert vortragen zu können. Das anschließende Konzert beinhaltete verschiedene Lieder und Geschichten aus seinem früheren Leben. So erzählte der zweifache Vater beispielweise Geschichten aus seiner Kindheit und einem Bauernhof auf der Schwäbischen Alb oder seiner Kandidatur als Bürgermeister in Münsingen. Seine Lieder wurden durch verschiedene Teile seines Lebens inspiriert. Musikalisch begleitet wurden diese zum Beispiel durch die Drehorgel, das Klavier oder auch mit der Gitarre.

Doch wer ist dieser Thomas Felder überhaupt? Der 66-Jährige wurde am 19.3.1953 geboren und besuchte 6 Jahre lang ein kirchliches Internat. Nach dem Abitur studierte er Bildende Kunst. Bereits 1977 mit drei Kleinkunstpreisen ausgezeichnet, erhielt er für mehrere seiner fünfzehn Alben den Preis der Deutschen Schallplattenkritik und war immer wieder auf den obersten Plätzen der Lieder-Bestenliste. Werke von ihm lassen sich auch in Schul- und Volksliederbüchern finden. Über tausend Konzerte gab er an den unterschiedlichsten Orten in Europa. Am besten kennt man ihn aber im Schwabenland, dessen Mundart viele seiner Lieder prägen. Thomas Felder erhielt zweimal den Sebastian-Blau-Preis für Liedermacher 2004 (Publikum) und 2012 (Jury). Dass er diese nicht unverdient bekommen hat, bewies er den Schülern des MPGs, denn diese konnte er so für das Schwäbische begeistern, dass sie das Gelernte aus dem Workshop im anschließenden Schulkonzert lautstark mitsangen, was für eine durchaus gelungene Veranstaltung sprach!

J. Wagner, B. Wolf (Klasse 9c)

Artikel in der KREISZEITUNG Böblinger Bote vom 6.11.2019